Mord-Versuch: Täter erhält bloß Mindeststrafe von 10 Jahren

Der Angeklagte hatte den X zu töten versucht, indem er ihn mit der linken Hand über die Schulter am Brustkorb packte, zu sich drückte, ihm mit einem Klappmesser mit ca 7,5 cm Klingenlänge von hinten in den Rücken und in den Hals sowie – als X sich aus der Umklammerung lösen und sich zum Angeklagten umdrehen konnte – in den linken Oberarm stach, wodurch er eine an sich schwere Körperverletzung sowie eine länger als vierundzwanzig Tage dauernde Gesundheitsschädigung erlitt, nämlich Stich-/Schnittverletzungen an der Halsvorderseite mit Beschädigung der rechten Unterkieferspeicheldrüse und des rechten Schulter-Zungenbein-Muskels, in der rechten mittleren Rückenregion auf Höhe der 9. Rippe, wobei aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle eine Blutung in der rechten Brustkorbhälfte diagnostiziert wurde, eine Durchschnittverletzung an der Streckseite des linken Oberarmes mit Ein- und Ausstich und Beschädigung des darunterliegenden Muskels sowie streck- und daumenseitig und ca 7 cm oberhalb des Ellenhakens.

In der Hauptverhandlung vor dem Geschworenengericht wurden mehrere Zeugen der Tat vernommen. Insgesamt war die Version des Täters nicht glaubwürdiger als jene der zeugen, weshalb die Geschworenen in ihrem Wahrspruch um Ergebnis kamen, dass der Angeklagte versucht hatte zu morden.

Immerhin hatten zwei Geschworenen dies nicht so gesehen sondern die Notwehrvariante des Angeklagten, der behauptet hatte, sich aus einer Umklammerung in Panik gelöst und dabei ein Messer verwendet zu haben.

Bei einem Strafrahmen von zehn bis zwanzig Jahren oder lebenslanger Freiheitsstrafe war die verhängte Mindeststrafe von zehn Jahren das beste Ergebnis für diese Tat.

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Erstellungsdatum: 18. Oktober 2019,
Letzte Aktualisierung: 18. Oktober 2019.

Autor: Mag. Andreas Strobl, Rechtsanwalt, Rechtsanwalt Mag. Strobl. Hütteldorfer Straße 81b, Wien, 1150 Österreich
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